Festival Hochzeit:
Wenn eure Hochzeit sich nach euch anfühlen darf
Vor ein paar Wochen war ich auf dem Geburtstag einer guten Freundin. Und bevor hier ein falscher Eindruck entsteht: Nein, sie hat nicht geheiratet.
Sie hat ihren Geburtstag gemeinsam mit einer Freundin gefeiert. Rund 90 Gäste kamen zusammen und bei mir entstand ziemlich schnell der Gedanke:
Wie schön wäre dieses Konzept eigentlich für eine Hochzeit?
Denn aus ihrem Geburtstag wurde ein kleines Festival. Und wenn ich „Festival“ sage, meine ich nicht nur Wiese, Zelt und Bier.
Das Festival begann nämlich schon lange vor dem eigentlichen Tag. Die Einladung sah aus wie eine Konzertkarte.
Beim Ankommen gab es Einlassbändchen. Das Orga Team, die Security und VIPs trugen eigene Pässe mit QR Codes, hinter denen sich kleine Überraschungen versteckten.
Auf dem Gelände standen selbst gemachte Wegweiser. Ein Lageplan zeigte, was es wo zu entdecken gab. Dazu kamen Glitzerbar, Tattoo Bar, Fotobox, Beerpong, Flunky Ball, Wikingerschach und weitere Spiele.
Überall hingen selbst gemachte Wimpelketten. Viele Details waren gemeinsam mit Freundinnen entstanden.
Und genau deshalb hat es funktioniert. Es war nicht einfach ein Motto. Es war einfach sie.

Gute Planung schafft Freiheit
Was mich an diesem Tag besonders beeindruckt hat, war die lockere Atmosphäre.
Es gab nicht einen Programmpunkt nach dem anderen. Niemand hatte das Gefühl, ständig aufpassen zu müssen, was als Nächstes passiert. Und trotzdem wusste jeder, was es zu entdecken gab.
Warum?
Weil die Orientierung richtig gut funktioniert hat. Auf einem Lageplan waren die einzelnen Bereiche eingezeichnet. Wegweiser führten zu Mainstage, Spielecke, Glitzerbar, Fotobox, Drinks oder Foodcorner.
Das klingt zunächst nach einer Kleinigkeit. Für mich als Hochzeitsplanerin steckt darin aber ein wichtiger Gedanke:
Je besser eure Gäste sich selbst orientieren können, desto weniger müsst ihr sie durch euren Tag führen.



Gute Planung muss sich für eure Gäste nicht nach Planung anfühlen.
Im besten Fall schafft sie einen Rahmen, in dem alle wissen, was möglich ist und sich anschließend frei bewegen können. Gerade bei einer Festival Hochzeit finde ich das wunderschön. Statt „Jetzt machen bitte alle …“ entsteht ein „Schaut, worauf ihr gerade Lust habt.“
Eine Hochzeit, bei der Menschen miteinander ins Gespräch kommen

Noch etwas ist mir aufgefallen.
Durch die Spiele, die verschiedenen Stationen und die lockere Atmosphäre haben sich immer wieder neue Gruppen gebildet.
Menschen kamen miteinander ins Gespräch, obwohl sie sich vorher vielleicht kaum kannten. Und genau das ist bei einer Hochzeit auch wichtig.
Da trifft die Familie auf den Freundeskreis. Studienfreunde lernen Arbeitskollegen kennen. Menschen aus ganz unterschiedlichen Lebensabschnitten des Brautpaares verbringen plötzlich einen ganzen Tag miteinander.
Kleine Aktivitäten können dabei wunderbare Türöffner sein.
Es muss nicht immer ein moderiertes Hochzeitsspiel sein. Eine Spielecke, eine Fotobox, eine Tattoo Bar oder eine gemeinsame kleine Aktion kann vollkommen ausreichen, damit ein Gespräch entsteht.
Was ich von diesem Festival für eine Hochzeit übernehmen würde
Einige Dinge würde ich nahezu genauso übernehmen.
Zum Beispiel eine Einladung im Festivalticket Stil. Dazu passende Einlassbändchen können direkt beim Ankommen das Gefühl vermitteln: Heute erwartet euch etwas Besonderes. Auch einen Lageplan würde ich jederzeit wieder einsetzen.
Je größer das Gelände und je vielfältiger das Angebot, desto hilfreicher ist er. Kombiniert mit gut sichtbaren Wegweisern wissen die Gäste sofort, wo sie Essen, Getränke, Toiletten, Spiele oder Rückzugsorte finden.
Bei einer Festival Hochzeit darf es trotzdem bequem sein
Einen Punkt würde ich bei einer Hochzeit anders planen: die Sitzgelegenheiten.
Bei dem Geburtstag hatte ein großer Teil der Gäste den eigenen Campingstuhl dabei. Zusätzlich standen Bierzeltgarnituren zur Verfügung.
Für diese Feier hat das wunderbar gepasst. Bei einer Hochzeit würde ich jedoch genauer auf die Gästestruktur schauen.
Vielleicht sind eure Großeltern dabei oder andere Menschen, für die ein Campingstuhl oder eine Bierbank über mehrere Stunden schlicht nicht bequem genug ist.
Dann braucht es Alternativen. Bequeme Stühle, einzelne Loungemöbel und gut erreichbare Sitzbereiche können das Festivalgefühl erhalten und gleichzeitig dafür sorgen, dass sich wirklich alle Gäste wohlfühlen.
Und wenn es regnet?
Auch das gehört für mich zur professionellen Planung einer Festival Hochzeit.
Bei der Geburtstagsfeier gab es Pavillons. Bei richtig starkem oder lang anhaltendem Regen hätten diese vermutlich nicht für alle Gäste und alle Aktivitäten ausgereicht. Für diese Feier war diese Lösung passend. Bei einer Hochzeit würde ich den Plan B allerdings ausführlicher durchdenken.
Wo können eure Gäste bei Regen sitzen? Welche Programmbereiche lassen sich überdachen? Können Spiele, Fotobox oder andere Stationen bei schlechtem Wetter weiter genutzt werden? Wie kommt man trockenen Fußes von einem Bereich zum nächsten?
Eine Festival Hochzeit darf spontan wirken. Der Plan dahinter sollte es nicht sein.
Nachhaltigkeit, aber bitte ohne Perfektionsdruck
Auch beim Thema Nachhaltigkeit habe ich einiges entdeckt.
Der Müll wurde konsequent getrennt. Es gab eigene Bereiche für Papier, Pfand, Plastik und Restmüll. Selbst auf den Toiletten wurde auf Mülltrennung geachtet. Die Dekoration war zu großen Teilen selbst gemacht. Getränke wurden auf Kommission bestellt und für die sogenannte Restebar wurden unter anderem Getränke verwendet, die noch vorhanden waren.
Das Fingerfood für den Tag brachten die Gäste nach vorheriger Absprache selbst mit.

Natürlich war nicht alles perfekt nachhaltig. Und das muss es meiner Meinung nach auch nicht sein.
Der Mitternachtssnack bestand zum Beispiel aus 5 Minuten Terrinen. Über die Verpackung müssen wir in Sachen Nachhaltigkeit vermutlich nicht diskutieren. Aber wisst ihr was? Die Leute haben es geliebt.
Einige kannten sie, andere probierten sie zum ersten Mal. Plötzlich standen Menschen zusammen, erklärten sich gegenseitig die Zubereitung und machten ein kleines Tasting daraus. Und genau solche Geschichten bleiben manchmal hängen.
Slow Wedding bedeutet für mich nicht, dass ihr hinter jede Entscheidung ein grünes Häkchen setzen müsst. Es bedeutet, bewusst hinzuschauen, Ressourcen sinnvoll einzusetzen und Entscheidungen zu treffen, die zu euren Werten passen.
Eure Festival Hochzeit muss nicht perfekt sein. Sie muss eure sein.
Vielleicht ist das die wichtigste Erinnerung, die ich von diesem Geburtstag mitgenommen habe.
Nicht die Glitzerbar. Nicht der Foodtruck. Nicht die Festivalbändchen. Sondern dieses Gefühl:
Das hier passt zu den Menschen, die heute feiern.

Und genau dieses Gefühl wünsche ich mir auch für Hochzeiten. Ihr müsst keine Festival Hochzeit feiern, nur weil die Idee gerade schön klingt.
Aber wenn ihr beide Festivals liebt, euch eine ungezwungene Feier wünscht und lieber gemeinsame Erlebnisse schafft als einen Programmpunkt nach dem anderen abzuhaken, dann kann dieses Konzept wunderbar zu euch passen.
Nehmt die Elemente, die sich richtig anfühlen. Lasst die anderen weg.
Plant die wichtigen Dinge so gut, dass ihr sie am Hochzeitstag vergessen könnt. Und schafft euch damit den Raum, eure Feier tatsächlich zu erleben.
Denn am Ende sollen eure Gäste nicht nach Hause gehen und sagen: „Das war eine perfekte Festival Hochzeit.“
Viel schöner wäre doch: „Das war einfach so typisch ihr.“
Eure Hochzeit darf sich nach euch anfühlen
Ihr habt selbst eine etwas andere Idee im Kopf und fragt euch gerade, wie daraus eine stimmige Hochzeit werden kann?
Genau dabei unterstütze ich euch. In meinen Planungsstunden schauen wir gemeinsam auf eure Wünsche, sortieren eure Ideen und entwickeln daraus ein Konzept, das wirklich zu euch passt. Denn am Ende geht es nicht darum, wie man eine Hochzeit feiert. Sondern darum, wie ihr eure Hochzeit feiern möchtet.





